Widerstand gegen Insektenschutzgesetz / 10.500 Hektar im Kreis Diepholz betroffen
„Die niedersächsischen Landwirte haben viel erreicht. Jetzt droht Berlin das kaputt zu machen.“ Dieser klaren Einschätzung wendet sich Theo Runge, Vorsitzender des Landvolkes Diepholz an die Politik. „Der Niedersächsischen Weg ist eine Kooperation zwischen Politik, Landwirtschaft und Umweltschutzverbänden. Darin werden viele Maßnahmen verbindlich geregelt, die dem Umwelt- und Insektenschutz dienen. Zugleich erhalten die Landwirte einen fairen Ausgleich“, ergänzt der Landvolk-Geschäftsführer Dr. Jochen Thiering. Das dadurch Erreichte sehen die heimischen Landwirte nun in Gefahr. Hintergrund: Bundesumweltministerin Svenja Schulze will ein Insektenschutzgesetz verabschieden, dass den Vereinbarungen des Niedersächsischen Weges entgegensteht. Nicht umsonst würde in Kreisen der Landwirte würde der Gesetzentwurf als Gegenpart zum Niedersächsischen Weg auch „Schulzes Sackgasse“ genannt. „In dem Entwurf hagelt es pauschale Verbote, die fachlich umstritten sind. Ein Ausgleich für die Landwirte ist nicht vorgesehen, im Gegenteil. Viele würden Förderungen verlieren für das, was sie jetzt freiwillig machen. Nach ersten Schätzungen sind allein im Landkreis Diepholz 10.500 Hektar betroffen, das sind mehr als 8 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche“, beschreibt Theo Runge die Lage. Der Landwirt aus Drebber lehnt daher den Alleingang des Umweltministeriums ab. „Das Landvolk Diepholz steht dazu in engem Austausch mit unseren heimischen Abgeordneten aus Bund und Land. Überall sieht man das Gesetz sehr kritisch“, berichtet Dr. Thiering. Die Landtagsabgeordneten Marcel Scharrelmann und Volker Meyer (beide CDU) hätten sich entsprechend geäußert. Auch der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig fordert gegenüber der Bundesumweltministerin, dass die Erfolge des Niedersächsischen Weges nicht in Frage gestellt werden dürfen. Am Mittwoch, den 10. Februar, will Bundesumweltministerin Schulze ihren Entwurf im Bundeskabinett diskutieren. Daher ruft das Landvolk auf, dass sich Landwirte aber auch andere Bürger, die sich für die heimischen Familienbetriebe einsetzen wollen, an Bundeskanzlerin Angela Merkel wenden. „Jetzt liegt es an Kanzlerin Merkel, die richtige Entscheidung zu treffen. Schreiben Sie eine Mail an das Kanzleramt – für Landwirte gibt es dazu eine Anregung auf unserer Homepage – und machen Sie der Kanzlerin deutlich, dass Umweltschutz nur gemeinsam mit den Landwirten funktioniert und nicht ohne sie“, appelliert Runge abschließend.